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Hannes Kothe-Opperau

Bärlapper - Ein ländlicher Fortgang

In der Verlagsanstalt Bayerland,
 
Dachau, erschienen.

 

                                      Lust auf eine Leseprobe?

 

     Und Einblick in diese Geschichte: Der Inhalt, die Figuren und die Motive!

1  der Inhalt

Hans Bärlapper, ledig, Mitte Dreißig, bewirtschaftet mit seiner Mutter einen kleinen Bauernhof in Ritzling im südlichen Bayern (der  von der Thematik her jedoch überall angesiedelt sein könnte). Sein Haupteinkommen bezieht Bärlapper aus einer Arbeit in der örtlichen Schlossbrauerei, einem Traditionsbetrieb - wie das Herkömmliche das Leben der ganzen Gesellschaft dort prägt.

Bärlapper erlebt einen allmählichen Wandel. Obwohl grundsätzlich angepaßt, zeigt er doch Strebungen, die nicht unbedingt konform mit dem Üblichen sind. Das wird sichtbar bei seinen Kontakten zur städtischen Kellnerin Michaela, die eine evangelische „Preußin“ ist, und zu den Außenseitern in der Müllgrube, die Bärlapper als Mitmenschen entdeckt. Eine Rolle als Kommentator des Dorflebens spielt als „versoffenes Genie“ der alte Dorfschullehrer.

Ein größerer Einschnitt ist im Arbeitsleben von Bärlapper gegeben!

Was geschieht mit der Brauerei und mit Bärlappers Arbeitsplatz? Im Privaten läuft alles aus dem Ruder! Was hat Michaela vor? Und was stellen die neuen Freunde in der Müllgrube an?  Wie schafft es Bärlapper, nicht unterzugehen in diesen Katastrophen? 

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Die Geschichte von Bärlapper könnte auch als ein historischer Abriß der Entwicklung auf dem Land angesehen werden. Sie zeichnet den Umbruch vom Hort der „heilen Welt“ des Landlebens hin zur Hektik der Konsum- und Informationsgesellschaft nach, andererseits den Übergang von der Ablieferungsmentalität der Bauern zur Marktwirtschaft.

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Der Text verläuft einsträngig. Die Gliederung ist dreiteilig, der Hauptteil besteht aus neun Kapiteln. Gestalterisch spielen die verschiedenen Sprachebenen eine Rolle und die besondere Grammatik regionaler Sprache mit Schwerpunkt auf süddeutschem Ausdruck (dieser ist aber wegen der Lesbarkeit dem Hochdeutschen angenähert).

4 die Personen

a) Dorfbewohner: Bärlapper (Mitte Dreißig); Bärlapper-Mutter (etwa siebzig Jahre);Oberlehrer (das versoffene Genie - Zeit- und Gesellschaftskritiker); Schneidermann Maria (nur zitiert - etwas "überständige" Heiratskandidatin); die Herrschaften (nur zitiert); H. H. Bahtiar (nur zitiert - der junge indische Pfarrer);Weber Hiaß (Vorstand der Waldbauern); Unterlassner (Nachbar, der gestorben ist); Rosa (die Wirtin);Jäger-Bartl (nur zitiert -trägt die Nachricht von den Zuständen in der Grube ins Dorf);Manger Matthias (nur zitiert - der die Kinder zum "Klöpfeln" schickt); Metzger Lambert (zum Publikum vor Bürgermeisters Haus gehörend);Weigler Simmerl (zum Publikum vor Bürgermeisters Haus gehörend); Huber Girgl (vermutet, daß die Bluttat verfilmt wird);Müller Martl (hat eine Tatvermutung); Philomena (die Schwester von der Bürgermeisterin); Ginglmeier Sepp (der etwas gegen das Nazi-Gerede hat); Krämerin (die den Edeka und die Zeitung hat); Müller-Nachbar; Bertl-Nachbar;der Käser (ein Schwätzer); Mühlberger Beni (nur zitiert - "wo sie wieder ein Kind kriegn");Kastlbauer (Stierhalter, dem der Sohn davongelaufen ist);

b) Das G'spusi:Michi, evangelische Preußin , als Bedienung Resi genannt, Bärlappers G'spusi, aber ...
c) Wirtshausrunde: Görer Naz; Socher Luki; Sacklbauer Zenz (Schulkamerad Bärlappers - hätte eigentlich Pfarrer werden sollen)

d) Tanzgruppe: Ramona, Cindy, Tommy, Benedikt, Andi, Martin, Walli;

e) Beerdigungsmannschaft:Meinl-Hans (der es im Krieg bis zum Spieß gebracht hatte); Behringer (der "Versenkungswart");Mesner-Dammerl;Dorfbäck mit Schießschein für den Böller; Zittler Michl (dem es beim Zuschaufeln blaß um die Nase wird);Mertl Sepp;Mosler (eine zu transportieren gewesene Leiche);

f) Brauereileute:Müller Seppl (stört den Brotzeitfrieden und steht im Verdacht, ein Sozi zu sein); Obser Luis; Huber Xari;Marxer Seppl (ein kritischer Zeitgenosse, der irgendwas gründen will);Huber Willi; Rohrer Beni;Luckner (der in der Kirche immer Vorleser macht und Diskussionen christlich abrundet);Hublbauer (ein g'scherter Lackl, der die Wahrheit sagt); Summerer Xari (Schäffler); Sendner;Bentlerin (die Reinemachefrau, die auf das Goldene Blatt abonniert ist); Häuslmann (Bulldogfahrer im Gut);Fräulein Bertl vom Büro (berichtet, was die Leute über Bärlappers Zustand sagen);

g) Leute an der Müllgrube:Matuschka, Lorenz, Iwan, Anna (die sog. Russen, die doch ziemlich nett sind, aber ...);Nazi, Bismarck (Wachhunde);

5 Zeitrahmen: Das ausgehende vorige Jahrhundert - ungefähr um 1980. 

6 Motive:

a) "wahre Erfüllung" :  der Lehrer (gegenüber Bärlapper im Wirtshaus) meint - abwertend - Arbeit;  der Kastlbauer (als er mit dem Stier abzieht) meint Sexualität (vielleicht auch nur bei Rindviechern);  Michaela (in ihrem Brief) meint etwas Geistiges / Geistliches;

b) Erfolglosigkeit der Verkopfung (existentialistische Grundtendenz, die "antiintellektuell" ist):   in der Person des Lehrers -deutlich z. B. in seiner Darstellung, daß er jahrelang nach einer  Möglichkeit  gesucht habe, den Leuten in der Müllgrube zu helfen / Erfolg der "Unverkopftheit und Instinktsicherheit", in der Bärlapper einfach zur Tat schreitet; in der Rede des Lehrersvon den Narren als potentielle Heilige, die fühlen, wo andere etwas zu wissen vorgeben;

c) Sprachkritik: die Forderung nach Personengebundheit im Ausdruck: Bärlappers Meinung über das Fernseh-Deutsch: " "Die im Fernsehn redn allerweil, als wie wenn's überall bloß eine Sprache gäb und alle Leut bloß Preußn wärn.. "

d) Heimatgedanke: Bärlappers Versuch: Heimat ist dort, wo man gebraucht wird;Michaela: "Heimat, nicht als geographisch zu fassender Ort, es sei denn, es gäbe so etwas wie eine Geographie der Seele. Dort hätte man die wahre Erfüllung zu suchen ... " 

e) Tradition und Fortschritt:Kontrastpaare: das Gewohnte und das Verändernde; das Heimelige und das Unkommode;die Misthaufensymbolik: "Immer, wenn er sich bewegen wollte, mußte er seinen Fuß aus einer klebrigen Masse ziehen."Traditions-Konflikt ist auch an der Namensgebung und dem Verhalten der Trachtenjugend dargestellt;

f) die Fremdenproblematik:Darstellung an der Rolle der Leute an der Müllgrube als ein Sich-selber-Ausschließen / Ausgeschlossen-werden durch (Selbst-)Gettoisierung; 

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