zur Startseite
zu den lyrischen "Tagesblättern"
Abendzeilen


Hannes Kothe-Opperau

...  U N D   S E H E N   W I R  ...
Lyrik



 

Null-1, -2, -3  
                   (PISA)

Null-1
(lernen)
Zeit. Zeit. Nichts
weniger
: Als das Augen-, das Ohren- und so weiter
als das HändeHirn (das es ja ist).

Dagegen diese Nicht-
angetroffenheit:
My own is my castle.

Stetig ist jedoch
der Brückenschlag.
Und Grund gelegt  
: Sogar
vom Ausgang her.
 
Was wegzutragen
wäre, das könnte es sein
: Es ist indes
so schwer.
Bemerkenswert dagegen
: Die Leichtigkeit der
Schwäche.

Angenehm vor allem
: Die Bedeutungsträchtigkeit.


Null-2
(lehren)
Burn-in, das Flimmern im
verlässlichen Behufe:
Die enorme Gedanken-
kugel (die Welt gar),
denkbar „ruhig geschoben“.
Ein rundes Werden, sinngemäß.
Zum Trost umfangen mit Lächeln
& Bedeutungsgraden (diesen Maß-
EINHEITEN).

Die Fäden hingegen
verfehlen sich mitunter
mit ihren Enden: Asche (Aus-
gebranntes nämlich), schweigt es verzagt.
Gleichwohl ein Pausenloses:
Lächeln & Bedeutungsgrade auch um
ORIENTIERUNGS-Größe angetan.


In der Folge zeigt es sich
anhaltend: Aus allem
immer üppiger WERDENDES.
Ein Knäuel gar: Wohl-
tuend auf BedeutungsgErade
herabgesetzt (Die kürzeste Verbindung ...).
Verstrickung wird endlich möglich:
Die WÄRMENDE.


Null-3
(leeren)
-    -    -
-    -    -
.    .    .

 



J U D A I K A     
(Hans Mayer, Salcia Landmann, Victor Klemperer ...)    

Lettern.
Und Sinngebilde mit Worten gemalt.

Wie soll es anders sein:
Da sie mit den Lettern
verbunden sind (einer fesselnden
Wahlverwandtschaft).

Beharrlich aus ihrer Summe
unternommen haben:

Das Urbild anzubahnen als
bleibende Sicht.

 Das Auge ahnt hingegen:
Kein letztlich Fassbares ist.
Und das schon immer ERHOFFTE
bleibt unerreicht.

Doch dieser Widerschein:
Dass EIGENTLICHES nur
der innere Blick ausweist (entgegen
des allzu Schönen, es
sei das Herz).


SAMUEL BAK'S
              (SinnBilder)

Gesichter,
Gesichte tragend.
Antlitz schwere Tafeln stehen im Licht.

Seelentempel schwanken:               
Zerborstene Symbole im tiefen Raum.
 
Klassische Gebilde, verhüllt, umwunden.
Zerschundenes. Und die vielen offenen Male.
     
Irrläufte umher.
 
Gesichter.
Tief getränte Fassaden.
                                  
Aus den geteilten Fluten
auf dem Weg durch die Zeit  
                                                                 das Grauen als Bürde:
                                                Leichengraugelbe
und diese Blutbräune
auf jedem Bogen der Geschichte.  

Und weiter sein.     

 




KREUZUNG: Spinne SOG                                                          
                 (Nach LL, MOD, KF, GAP oder ...)

Die Straße fließt in dir,

auf der die Köpfe hinter Scheiben ziehn. An der Gosse
entlang reisert sich mitunter der Hund (in dir) den Weg.            
Versenkt hindurch! (Oben ersetzt der Silberpfahl

den gelben Regenschutz.) Unten heißt es: Meide
die Nacht. An Wänden entlang
sprechen aber Graffiti Bände - und ungeschminkt

die eigne Wahrheit. Nimm oben den Asfalt: Frei
von platten Dosen und zerbrochnem Glas. Dein Weg –
und zu den andren Städ/tten: Überall die Kissen

auf der Fensterbank. Da ist das Warten ohne Ziel:
Der freundliche Augenblick weht dich an und fegt (zum
angenehmen Schein) die Langeweile fort. Im Gerinne aber

lassen unsre teuren Besen nichts verrotten. Dann noch
der Blick von der verirrten Bronze: Er sticht
von seinem festen Fundament ganz uferlos ins Leere.

Nicht weit davon wartet die heilige Kapelle
auf „ein Ros“, das noch nicht entspringen will. (Und
das grüne Licht erlöst den Eiligen.) Um Weihnacht flirrt es

an den Häusern seelenvoll. Gewiss ist alles, wie
„alles fließt“ des frühen Griechen. Nur, der Raum bleibt
scheinbar stehen. Doch alles Geschehen formt dir Zeit.


                                                                           
Heraklits angebliches:“panta rhei!“



GrüSZe noch, Herr Doktor Alz...

Wie.
Was. Wo war DAS gleich - oder alles: ERSIEeS
Wenn es die vielen Möglichkeiten ...
Und. Wovon auch immer Ja das Ganze
im Grunde.
Das Langgezeilte für dich. Ein Geschenk, das du irgendwie   
                                 doch für Gedanken hältst.    
Diese Klaffen aber.
Riesen Risse mittendrin.
Es liegt    
ja manchmal richtig schwer
auf der Zunge.  Und ist doch weg.
Oder war da überhaupt je was?
Du schaust:
            Wenn deinen Blicken schließlich
doch kein Gedanke mehr folgt: sehen dieAnderenirgendwannwohl
Was war’s noch gleich: Vor dem Absaufen sich   
         retten aufeine Insel: Erinnerung. Ja. Irgendwo und das gefährliche Vergessen darumherum:
Wie ein Meer wie ein Mehr. Du versucht dich
worin   und
ach so: Immer wieder schwimmen.
Wo ist der Schwanz von diesem Fisch irgendwo
Herr Doktor?    Wie  denn: wenn man dann als
Schatten im eigenen Traum die Nebenrolle? Ach

Wann ist man längst für
die Anderen die LIEBEN darunter
ach ja denenpeinlich     Das
war es immer: Die Liebe mit ihrem dicken Arsch
  erdrückt ja eigentlich die Pein
  Oder längst nicht mehr Alles ist
  umgekehrt und die Mutter hätte einem auf das Maul
                   Vater. Was ist das?   Wieder
   tauchen da noch feste Punkte auf: O ja die
eingebläuten Sprüche: Die granitene Brocken sind im Hirn der Seele.
    Vater unser.  Heil!  Aber wie hieß der doch gleich wieder?
Gott mit dir du Land  
Da war doch noch etwas!
              Gleich Wenn noch ein Funke
            : Dass der sofort




Kleiner Zug im
großen Wurf von A
bis Zet:

Da hat wer das Wagnis unternommen
ins allgemeine Schweigen
seine Lebenslust zu jodeln.

Aus dem Grashalm
wächst das Staunen
und der blinde Tauwurm.


Was immer der Morgen als solcher
                     mit meinem Tag
zu tun gehabt haben mag.


DER KOPF HÄNGT IM WIND
weil die Sonne
eine Litanei ist.

Dann schließt sich die
Waggontür. So stehe ich
plötzlich im Abend.


 
1, 2, 3 SehenHören


1 DAHINDURCH


Beim Flip der Händel
(wie stets flächendeckend ausgestreut):
Im Sinne IRGENDSOEINES
ziehn?  

An den Ausfallstraßen
meines Tages entlang.

Lichtkegel bohren sich
in die Nacht:

Und Häuser und Wiesen
das Cocacolaschild
.

Dahindurch und
in den einzigen Abend
.


2 AUS DEN KELLERN UNSERES ALLTAGS

Da streichen
Schemen über den Grund
auf dem wir stehn.

Und wenn der Neonmond wieder
angeknipst wird
schlürft
die Verwirrung den künstlichen Tag
aus  tausend blechernen Dose.

Irgendwann verrottet
unsere Zeit in einer
Wolkengruft:

Hinterm Friedhofswall das
Lager suchen. Im schwarzen Abdruck
des Grabsteins
lauert keine Beinhand mehr.

Denn die Gespenster sind
Verzogen,
grünen giftig digital auf asphaltgrau
und strahlen
im Heiligenschein des Friedens aus dem
Raketenschacht.



3 VIELERORTEN ...

Mit der Stimmung im Recht
dass er über den Bildschirm gebrochen wird.
Ein verfallener Tag.

Diese Wüsten.
Erschöpfung. Und ein Getriebensein.
Ein schmutziger Flüchtlingsstrom
flimmert vorüber:

Alles Leben eine Herde Viehs.
Mit großen
traurigen Augen
dahinwanken.

Und die überquellenden
Massengräber.

Der Rechtgläubigkeit
rinnen die
Menschenleiber
durch die zum Gebet
starren Krallen.

 



Ein tiefer Dämmer

überfliegt mich.

Ein großmächtiger Vogel
mit seinem Schatten der

alles Land (in Sicht)
abdeckt.

Der frisch geworfene Gedanke
wird dem Vergessen zurückgeschenkt.


Und die Reinheit
unbesetzter Flächen scheint hervor.

Wie eine Segenshand
(mit ihrem Kreuzschlag etwa)

alle Gespenster aus den Nerven
bannt.
 



Das (Bei)-Wissen kreist
so lose. Es ist
so eines Morgens. Von dem es zwar
nichts heimzusuchen braucht.

Aus den Wolken
fällt das Maskenspiel.
Über das wir so wenig vermuten.

So lange unser Tag aber
bei uns ist (der wir sind)
: Wir sollten nur den Singflug
der Schwäne belauschen.
Ein (so beseligtes) Sein.

Und so eine Liebe
fliegt uns schließlich an.
Es ist ein Augenzwinkern - unverhofft.
Niemand weiß jedoch dazu
das Sagen.
Denn es ist immer selber Licht.

 



1, 2, 3 TagesJahreszeiten


1 DA WIRD UNSRE LAUNE

  Wenn wir
die Stuben leid sind

unsere Stiefel über das
Anthrazit der müden Öfen schwimmen
 
da weinen die Nächte immer wieder
um die sattfarbenen Märchen der Natur.

Sie trocknen die Tränen
mit dem verschlissenen weißen Tuch.

Aber eine Nacht ist unter den vielen
die wird Mutter der bunten Bänder sein.

Und ihre lauwindigen Schwestern sind
vollherzige Ammen sie wiegen den Baum:

Da wird unsere Laune der junge Frühling
der gießt uns die Stunden aus goldenem Gefäß.

     

2  AUS  EINER  NEBENSTRASSE  KOMMEND

        Die
        Mondnacht  meint es  heute
        gut mit mir.
        Sie zaubert
        bunte Folgen
        aus ihrem weiten
        Plüschgewand hervor:        
        
        Da strömen Scharen
        aus
        atmenden Häusern
                 aus
        fließenden Tälern
        auf mich zu.
        Es hüpft springt
        und
        dreht sich mir
        entgegen.

        Ich breche auf
        den Reigen zu empfangen
        und
        halte auf die Szene
        zu.

   Über die Schulter
   blickend
   nehme ich den Burschen wahr
   der
   aus einer Nebenstraße kommend
   sein rosa Schwein
   zu Markte treibt.
 

3 AN  KÜRZER  WERDENDEN  TAGEN

Wir sind schon weit:
Die späte Sonne nimmt
den Tag mit sich
auf Reisen.

Über unsere bunte
Ansicht breitet sich
Nebel
ein zarter Chiffon.

Etwas später lässt es
der Abend zu:
Die Nacht dufte schon nach
Schnee.



1, 2, 3 ART

1 Petrmayr – FARBFORM@KatAlog 19...                                                                                                                                                                                  
NahWeite, darum(herum)
das Erahnte, die AnteilSplitter noch -
AbschnittElemente darunter.
Undallesweiter von dem,
was JA die ReindenkZeit nie zulässt.
Abseits des so genannten geübten Blicks (
dieses Alltag beschlagenen). Empfindlich, wo

du es gar NICHT mehr aufzulösen glaubst:
Ergriffen-, Verschoben-, Gereiht-, ja Angedockt-ES.
Und VERWÜNSCHT-wünschenswerten Sinn
ja nicht gleich (oder noch besser
: überhaupt nicht) ANGENOMMEN.
Weil nämlich ALLES um ALLES sich
GERADEZU aufdrängt.

Gleichwohl: Eindruck @ Augen-jump im Nerv,
wenn etwa dort die Vermutung siedelt: Bunte,
so etwas wie Belege @ versammelter BLEIBE.
So ein Ausruf dazu: Dass die Erkenntnis vereinzelt
das Wort beschweigt. Wie das wirkliche Auge sich   
vor dem ab-gesehenen Gegenstand hinterm Lid verbirgt.


2 SOUND & Co.         
             as LoveParade
 
Auch  mal  Singsang
vor der  Tapete.
Doch die  Seife  ist
vom  Schlager  längst   verwaschen.
Und  mit  fetten  Sprüchen  
volle  Null  am  Hut.

Was  dauernd  da  an  Krise   ist
probiert  sich  frei zu schrein.
Und  töst  der  Sound  im  Kopf:  Dass
alles  rum geht  volle ex.
Der Rhythmus fetzt nen Gipfel rauf.
Und Drumming bringt es volle raus.
Die Sache ist
wie wenn da was
auf starken Herzschlag macht.
Das Affen geile Feeling dann
dass alles da im Gleichtakt ist.
So was wie FRIEDENSLÄRM
SCHALLT DICH DA AN.
Und die Totale ist
ganz auf der Haut.
Kein Missen und in Zero greifen:
Man hat sich immer schon
wenn man da im Getöse ist.

 
3   HORIZONTE
          (Betrachtung der Skulptur: die Liebenden von D K)

Begegnung.
Kniend umfangen.
Den Tag befreiend
in den Abend
wiegen.

Verschmelzen der
Horizonte:
Grün fließt
in den Azur.
Und alles
schwingt:

Grenzen in Bewegung.
Rhythmen und
Reigen.
Deine und meine Welt will doch
erschaffen sein.

Denn die Nacht die
Freundin der Verliebten
zieht herauf.


zur Startseite
zu den lyrischen "Tagesblättern"
Abendzeilen