alles ist 

wie "alles fließt"  

  

                       lyrische Texte

  

   Abendzeilen & Tagesblätter

       

                              von

    

                       Dietrich Kothe

   

 

Abendzeilen

  

 

EIN  ZAUBER

                                                                                    

          Ich wollte dem Tag schon

        in die Schatten folgen

        Der Abend sagte sich

        dort an                              

       

Der Abschied des Lichts

                 war dann

                   ganz purpurn gefasst

                 

                        Später entstieg

                   die

              silberne

           Sichel                

            des

               jungen

                    Mondes

                        dem Dunkel  

                  jenes fernen Waldes dort               

 

Und deine Schritte

sie fanden zu mir

 

Ein schöner Zauber     

lag über deiner und

meiner Zeit

Erscheinen und

Scheiden

verwoben sich    

in unserer Seligkeit

 

                 

IN EINEM BÜNDEL BUNTEN TRAUMS

 

Weil heute

ein starker Mond ist

fällt das Licht

ein Strahlenkatarakt

über alle Wolkenklippen und ergießt sich

übers tiefe Wiesengrün

 

 Das Haus wirft

 seinen Schatten

 

Und trunken vom schweren alten

Leben

ziehe ich

meines Wegs

 

Der Lebensbaum verharrt

in starker Muße

 

Hinterm müden Auge

treffen sich die Bilder

und versammeln sich

zu einem Bündel bunten Traums

  

  
  
  

 

AUS  EINER NEBENSTRASSE  KOMMEND

 

Die Mondnacht 

meint es heute gut mit mir

Sie zaubert

bunte Folgen

aus ihrem weiten

Plüschgewand hervor

              

Da strömen Scharen

aus

atmenden Häusern

aus

fließenden Tälern

auf mich zu

Es hüpft und springt

und

dreht sich mir

entgegen

 

Ich breche auf

den Reigen zu empfangen

und

halte auf die Szene

zu

 

Über die Schulter

blickend

nehme ich den Burschen wahr

der

aus einer Nebenstraße kommend

sein rosa Schwein

zu Markte treibt

  

 

 

DENN DENEN

 

In so mancher Bangnis

spielt schon ein schmaler Lichtstreif

seine tröstliche Rolle

auf der Bühne

die mir Fantasie bedeutet

 

Und denen mit dem Glauben

an  das Licht

 

denen kann

selbst der düsterste Tag die Sterne

nicht vergessen machen

 

Eine Knospe im Winter         

Und das Warten

auf die Farben reiche Sonne

 

                                                                                                                                  

 

Kleiner Zug im

großen Wurf von A

bis Zet:

 

Da hat wer das Wagnis unternommen

ins allgemeine Schweigen

seine Lebenslust zu jauchzen

 

Was immer der Morgen als solcher

mit meinem Tag

zu tun gehabt haben mag

 

DER KOPF HÄNGT IM WIND

 

weil ihm die Sonne

eine Litanei ist

 

Dann schließt sich die

Waggontür

So stehe ich plötzlich

im Abend

 

  

 

E=mc2

 

A Einstein in einer Stube des Patentamts

Da gewinnt der Plan Gestalt: Das Netz

der Deutung hat neu geknüpft zu werden

Aber auf der Gasse kläffen schon die Hunde

 

B isweilen A’s Griff zur Geige

Der Mond zieht im Bogenstrich herauf

Selbst hinter Wolkenschleiern lässt sich bald

die Parabel seines Laufs benennen

 

C hancen des Aufbruchs sind nichts weniger

als orbisch begnadet Sie schaffen sich

ihr All in dem irgendwo das Raumschiff

der Gedanken seine Bahnen zieht

 

D as Kosmischeendloser Möglichkeiten

ist seit Ewigkeit vorhanden Und der Strom

der Schöpfung ist allezeit im Fluss Glücklich

die Idee die ein Partikel davon erfassen kann

 

E nergie geladeneSphäre am Beginn 

Eine sich zum Sein verdichtende Ahnung

Und aus dem Chaos der Geräusche

gestaltet sich unendlicher Saitengesang

 

 

 

LICHTWUNSCH

 

Die

singende Kraft im

Flügelschlag

 

Ein

Schwarm  blaufederner

Tauben

 

Kreisen

im Lichtwunsch unseres

Mondes

 

  

  
  
  

UND STILLE

 

In Gedanken

ein Pfad

zum

Herzen der Geliebten     

 

Ein silberner

Saum

ein Weg deutet sich an

im

kühlen Licht des Abends

 

Der Aufbruch dann

im

Fluge der Liebe

dem

Tanzschritt des Lebens          

 

Und Stille                               

aus dem tiefen Samt

der Nacht

 

 

 

ALLES WIRD

 

Am Tage noch

hinter Flechten hausen

die meine Luftschlösser immer

überziehn

 

Den Stein des Anstoßes

mit Nacht verhüllen

dass er sich dahinter dem Blick

entzieht

 

Auf dem Bildschirm gedeiht dann

zwar

aus nichtigem Anlass

so etwas wie Wissensdurst

als Lebensgeist:

 

Ein Frisör geigt

sein Messer am Riemen

gegen Feierabend hin

Ein Prediger bringt

seine Variationen

vergessenen Grundthemas ein

Und wer mit wem

woundwannwarum

An wessen Kehle sitzt das Messer

Der Zeit-Grund-Ort öffnet sich

als Falle hinter der Stirn

 

Doch unterdessen sprießt 

am Fenster

im sanften Mondschein

der heilsaftige Aloe

 

Alles wird doch wieder

irgendwann bei mir und

allen Anderen

gut

 

  

  
  
  

DA HINDURCH

 

Beim Cocktail der Kolportagen

(wie stets flächendeckend

verbreitet)

Im Sinne irgend so eines

Manipulanten ziehn 

 

An den Ausfallstraßen

des Tages entlang

 

Die Lichtkegel bohren sich

in die Geheimnisse der Nacht

 

Häuser und Wiesen

selbst das Cocacolaschild

ruhen wieder ihre Farben aus

 

Da hindurch und

in den eigenen Abend gehn

 

  

  
AN KÜRZER  WERDENDEN  TAGEN

 

Wir sind schon weit

Die späte Sonne nimmt

den Tag mit sich

auf Reisen

 

Über unsere bunte

Ansicht breitet sich

Nebel

ein zarter Chiffon

 

Etwas später lässt es

der Abend zu

Die Nacht dufte schon nach

Schnee

  

      

 

  WAS WOLLTE  ICH  ABER

 

Ich fädelte den Tag

durchs Öhr

meiner Sinne

 

Nun richte ich

meiner Ruhe das

Gewand

 

Was wollte ich aber

sonst

das ich tun sollte

 

Ich baute träumend

meiner Zeit

das Haus

  

  
  
  

ÜBER  ALLE

 

Aus einem Schwung

sind heute diese

Stunden  

Hier

am Rande der Stadt               

 

Was in Laune

bringt

gießt der Himmel aus                                                   

über Freunde und

alle

 

Dieser Zustand heilt die Wunden                  

der von tausend Lichtern

aufgerissenen Nacht und

begnadigt sogar die vielen falschen

Töne                                          

 

In den späten Stunden

erscheint dann manchmal

der Lack der Limousinen wie eitel

Zuckerguss

 

 

WARTEN

 

Ausschau halten

und betrachten

die Antlitze

deuten

 

Warten auf den

Moment

in dem dir

aus dem Gewoge die

eine Gestalt erscheint

                    

Warten auch im Finsteren

bis dir

Augen wie Sterne

aufgehn

 

Warten

Den Sand der Zeit

unter den Füßen

wissen

der verrinnt

 

  

 HORIZONTE

Begegnung                                   

kniend umfangen

Den Tag befreiend

in den Abend

wiegen

Verschmelzen der        

Horizonte

Grün fließt

in den Azur

Und alles schwingt

 

Grenzen in Bewegung

Rhythmen und

Reigen

Die Welt will doch

erschaffen sein                     

 

Denn die Nacht

die

Freundin der Verliebten

zieht herauf

  

  
  
  

ERINNERUNG

 

Goldne Frau

im schwarzen Morgen

Lila Traum und

graue Möglichkeit

 

Sehnsucht flattert

weiße Taube

lebensvoll

in alle Weiten

 

Auf der Erde

ziehn die Blicke

gehn die Schritte

meinen Weg

 

Goldne Frau

im roten Herzen

in Erinnerung

Farbe

Form

 

      

Aus deiner Herz

pochenden

Sehnsucht

trunkenen Nacht

in die Staubpartikel

der

Leibhaftigkeit

 

Ein stilles Sein

Wenn Leben auch noch so

quirlte

 

Ein Stein manchmal

Die Gedanken fliegen einem

davon  

und auch so weit

 

Und diese Trennung dann

auch der gordischen Gefüge

 

Zum tiefsten Empfinden

MUTTER

 

 

SPÄT

 

Begriffe

gleiten aus ihren Kreisen im

Selbst

hinein

in die Umarmung der Venus

Melancholie

 

Letzte

StrahlenTags sind

schon verglüht

 

  

DA WIRD UNSRE LAUNE

 

Wenn wir

die Stuben leid sind

 

unsere Blicke über das

Anthrazit der müden Öfen streichen

 

da weinen die Nächte immer wieder

um die sattfarbenen Märchen der Natur

 

Und ihre Tränen fallen

auf das verschlissene weiße Tuch

 

Doch eine Nacht ist unter den vielen

die wird Mutter des blauen Bandes sein

("Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte ")

 

Und ihre lauwindigen Schwestern sind

vollherzige Ammen Sie wiegen den Baum

 

Da wird unsere Laune der junge Frühling

Er schenkt die Stunden aus goldenem Gefäß

  

  
 

 

ALLE GESPENSTER

 

Ein tiefer Dämmer

überfliegt mich

 

Ein großmächtiger Vogel

mit seinem Schatten

 

der alles Land (in Sicht)

abdeckt

 

Der frisch geworfene Gedanke

wird dem Vergessen zurückgeschenkt

 

Und die Reinheit

unbesetzbarer Flächen begründet sich

 

Wie eine Segenshand

(mit ihrem Kreuzschlag etwa)

 

alle Gespenster aus den Nerven

bannt

 

 

ALS NACHTWÄCHTER AM TAGE

 

Mein Auge

kramt am Morgen in der

Erinnerung immer wieder nach einem

verschollenen Traum

 

Etwas später wird die Suche

(meistens) ergebnislos abgebrochen

Denn ich muss ja den Versuch wagen

den Tag anzugehn

 

Wenn ich wieder außer mir bin

beobachte ich am anderen Ende

meiner selbst den Turmbau zu Babel

aus all meinen Zwängen

 

Schließlich ist es mir

als müsste ich mich

in die Tiefe

stürzen

 

Da begegnet mir zuweilen der

Eindruck

als Nachtwächter am Tage

rot bemantelt (obendrein)

durch irgendeine Gasse zu ziehn

 

 

UND UMHERIRRT

 

Wenn das Licht

geht

tuscheln die Schatten

nicht mehr

Sie vereinen sich und

überziehen die

Seele

die

im Dunkeln

ihr Licht nicht finden kann

und umherirrt

an den unverrückbaren Dingen

sich stoßend

 

Wie wird sie sich im

Schmerz

erkennen können

 

 

UNSERES ALLTAGS  

 

Da streichen

Schemen über den Grund

auf dem wir stehn

 

Und wenn der Neonmond wieder

angeknipst wird

schlürft

die Verwirrung den künstlichen Tag

wie aus der blechernen Dose

 

Irgendwann verrottet

unsere Zeit in einer

Wolkengruft

 

Hinterm Friedhofswall

das Lager suchen

Im schwarzen Abdruck

des Grabsteins

lauert keine Beinhand mehr

 

Denn die Gespenster sind

verzogen

grünen giftig digital auf asphaltgrau

und strahlen

im Heiligenschein des Friedens aus dem

Raketenschacht

 

Aus diesen Kellern unseres Alltags

fliehn

  

  

Der Rechtgläubigkeit 

 

Mit der Stimmung im Recht

dass er über den Bildschirm gebrochen wird

der verfallene Tag

 

Diese Wüsten

Ein gepeinigter Flüchtlingsstrom

flimmert dahin

 

Alles Leben eine Herde Viehs

Mit großen

traurigen Augen

dahinwankend

 

Und überquellende Massengräber

zu jeder Zeit

 

Der Rechtgläubigkeit rinnen die

Menschenleiber

durch die zum Gebet verkrallten Finger

 

  

VERWEILEN

 

Mit dem Mut der

Fanfare

gegen alles

Dunkel

ansingen

 

Das verirrte

Glimmen da und dort

zu einem Faden

Morgenröte

bündeln

 

Doch nicht

tatenlos verweilen

im Halblicht der nur

zum Schein befriedeten

Verzweiflung

 

 

       

 

                      TAGESBLÄTTER

                          

 

            G E G E N S T Ä N D E

  

           Klänge- Tränen  - Vergessen  

  

 

SOUND & Co     

                            as LoveParade

 

Auch mal  Singsang

vor der Tapete

Doch die Pomade ist

vom Schlager  längst   verschmiert

Und mit  fetten  Sprüchen 

die Null  am  Hut

 

Was dauernd  da  in Krise   sägt

probiert sich  frei zu schrein

Und töst der Sound im Kopf  Dass

alles rum geht volle ex

Der Rhythmus fetzt  den  Gipfel rauf

Und Drumming  bringt es volle raus

Die Sache bringts

wie wenn  da  was

auf starken  Herzschlag  macht

 

Das Affen geile Feeling zeigts

dass alles  da  im Gleichtakt  fetzt

 

So was wie  FRIEDENSLÄRM

SCHALLT DICH  DA   AN

 

Und die  Totale  wohlt

ganz auf  der  Haut

Kein  Missen und  in  Zero greifen  

Immer gleich schon IN

wie du da im Getöse bist

  

 

 

A Bruckner: TEDEUM  etc

 

Er hat mit bloßen Worten nicht zu Beschreibendes organisiert 

Und es  in seinen Harmonien  den tauben Welten offeriert  Die

Schämten  sich  aber ihrer  Harthörigkeit nie Am  Ende  Grüße

Aus  des Herrn Kaisers Franz-Josef Gartenhaus: Alleweil noch  

Unterthänigst  gewesen – Ihr sehr ergebenster Bruckner,Anton

  

Die  lichtstrebige Gewalt seliger Geister Bei diesem Meister so  

Klangbürtige  Scharen: Die Chöre  überflügeln in goldwolkener     

Sehnsucht alle Beschwörungskunst der Zeit Da den Menschen

Die Engel doch samt Glauben vergehn – aber flederwischig im  

Kirchenstuck und den anderen Werbeträgern wieder auferstehn

 

Ihr Heiligen all Euer irdischer Freund ist nun lange hin und seine

Renaissancen betten die Zeitlichkeit in diese fetten Oberswolken     

Weihrauchs Die Werktreue  als so ein bürokratisches Äquivalent

"Die hobeln doch nur ganz schön brav ihren  Soundso herunter!"

 

Wer könnte je  wieder  das Jenseits so an den Himmel zaubern

(an dem heute der  Orbitflitter  zieht) und  wer wird  den Leuten

Verklärung deuten  (da die Melodie fast verlorenging), wer aus

Dem  Kreißen aller Dinge noch einmal  solche Harmonien ziehn

 

                ClaudeDebussy: Musik ist der Ausdruck des Unaussprechlichen

 

 

      TRÄNEN                             LUFT 

             1                                  2

      Wunden                                                

      Die das Leben schlägt

      Baden wir                                         Stress

      In heißen Tränen aus                    und alles

      Die unsere Seele nicht           ist da abgefuckt

      Vergießen kann                              Du bist  wie Gummi

                                                                                 schlaff                                                      

                                                            Und bläst dich aber

                                                           doch noch auf

                                                          Und raus aus deinem 

                                                         MegaLoch                

                                                  Da wird Belebung prall

                           Und derZustand                         

                         fliegt

                       Bis du für dich

                                       ganz fett

                      über deine Kante 

                                        bist

                            

  

J U D A I K A I

 

SAMUEL BAK'S

(etwa an Botticelli –  doch nach Savonarola – erinnernd)

 

Gesichter

Gesichte tragend

Antlitz schwere Tafeln stehen im Licht

 

      Seelentempel schwanken              

      Zerborstene Symbole im tiefen

      Raum

      Gebilde

      verhüllt umwunden

 

Zerschundenes

Und die vielen offenen Male

    

Irrläufte umher

 

Gesichter

tief getränte Fassaden

                                  

Ein Volk aus den geteilten Fluten

Der dornige Weg durch die Zeit 

Das Grauen als Bürde

                                               

 Leichengraugelbe

               und diese Blutbräune

auf jedem Blatt

                      der Geschichte 

 

Und dennoch sein            

 

 

J U D A I KA  II                             

(für Hans Mayer,Salcia Landmann, Victor Klemperer )   

 

LETTERN

und Sinngebilde mit Worten gemalt

 

Weshalb soll es einen wundern

Da sie doch mit den Buchstaben

herangewachsen sind (dieser

fesselnden Wahlverwandtschaft)

 

Beharrlich aus ihrer Summe zu zeichnen

unternommen haben

das URBILD als bleibende Sicht

 

Das Auge ahnt hingegen

es gibt keine eigentliche Begegnung

mit dem schon immer ERHOFFTEN

 

Doch diese Einsicht

Dass einer EIGENTLICHES nur

mit dem inneren Blick wahrnimmt

(jenseits

allerdings dessen

es könne ein Ding des Herzens sein)

  

  
  
   

    NIEMANDSLAND           

 

    DerTod lebt

    von den Jahren und sauft

    uns die Farbe aus den Blütenkelchen

    Doch eher setzt sich alles Tönen

    in Sagen um Als dass die

    schmalen Rosenstraßen uns

    in ferne Ziele würden führen

 

    DerTod ist gelb

    vor nichts Er tanzt

    auf Schlagrahmwolken mit den Weibern:

    Die ihm ihre Kinder lieben

    Doch eher tuscheln die Äcker sich

    den Erntesegen zu Als dass

   die geraubten Tränen uns

    zum Hort des Lebens würden fließen

 

    DerTod bläst

    den Seelenwind Und

    schlägt mit jedem Atemzug

    die Fuge Nacht

    Doch eher silbt das Wort 

    das Sinnen selber auf Als dass

    dem dunklen Niemandsland

    lichtsteile Orgelpfeifen würden sprießen 

 

        

DANN  JA

               (alsBallettfigur)

 

         Die Erwartungen an

          diesem Tage

           Die Erwar

             an diesem Tag

               Die Er

                  an die Tage

         Die Die D

 

         Die Erwartung an

          diesem Tag

           Die Die

         Die bringt die Hoffnung

               an

                  diesem Tage

                    Die Erwar

 

         Wenn die Erwart

          Wenn die Er Hoffnungen

            zeitigen

             Wenn Er

               Wenn Er Hoff

               Wenn Er Hoff zeitig

             Dann Ja

           Wenn Wenn Dann Die

          We We Da D

        W E D A D

 

 

     

Petrmayr

    (FARBFORM@KatAlog20)                                                   

                                                                                                                              

NahWeite darum(herum)

das Erahnte selbst die AnteilSplitter noch

AbschnittElemente darunter

Und alles weiter von dem

was JA die ReindenkZeit nie zulässt

Abseits des so genannten geübten Blicks (

dieses Alltag beschlagenen) Empfindlich wo

 

du es gar NICHT mehr auflösen zu können glaubst

Ergriffen-, Verschoben-, Gereiht-, ja Angedockt-ES

Und VERWÜNSCHT-wünschenswerten Sinn

ja nicht gleich (oder noch besser

: überhaupt nicht) ANGENOMMEN

Weil nämlich ALLES um ALLES sich

gelegentlich GERADEZU aufdrängt

 

Gleichwohl: Eindruck @ Augen-jump im Nerv

wenn etwa dort die Vermutung siedelt Bunte

so etwas wie Belege @ versammelter BLEIBE

So ein Ausruf dazu: Dass die Erkenntnis vereinzelt

das Wort beschweigt Wie das wirkliche Auge sich  

vor dem ab-gesehenen Gegenstand hinterm Lid verbirgt

 

  

 GRÜSZENOCH HERR DOKTOR ALZ

Wie

Was Wo war DAS gleich - oder alles ERSIEeS

                  Wenn es die vielen Möglichkeiten

                      Wovon auch immer Ja das Ganze

im Grunde

Das Langgezeilte für dich

Ein Geschenk das du irgendwie noch

für Gedanken hältst   

Diese Klaffen doch

Riesen Risse mittendrin

Es liegt   

ja manchmal richtig schwer

auf der Zunge freilich Und ist doch weg

Oder war da überhaupt etwas

Du schaust

Wenn deinen Blicken schließlich

doch kein Gedanke mehr folgt

sehen die Anderen irgendwann

Was war’s noch gleich Vor dem Absaufen sich 

retten auf eine Insel Erinnerung ja

irgendwo und das

gefährliche Vergessen darumrundherum

wie ein Meer wie ein Mehr Du versuchst dich

worin und

ach so immer wieder schwimmen

Wo ist der Schwanz von diesem Fisch

irgendwo

Herr Doktor Wie denn Wenn man dann als

Schatten im eigenen Traum firmierte Ach

 

Wann ist man längst für

die Anderen - die LIEBEN darunter -

ach ja denen peinlich Das

war es immer Die Liebe mit ihrem dicken Arsch

erdrückt ja eigentlich die Pein

Oder längst nicht mehr Alles ist

umgekehrt Und die Mutter hätte einem

auf das Maul

Vater Was ist das Wieder

tauchen da noch feste Punkte auf O ja die

eingebläuten Sprüche

Die granitene Brocken sind im Hirn der Seele

Vater unser Heil  Aber wie hieß der doch

Gott mit dir du Land

Da war doch noch was

Gleich weg Wenn noch ein Funke

dann der dass der sofort


  

 

  E I N R I C H T U N G E N

  Jenseitsschiff - PISA- Vater(MutterKinder)land

 

 

VIEHISCHNACH LEBEN

 

 Jenseitsschiff

 Dem ausgebauchten Kiel

 die freien Gewässer fremd

 

Freilich stark vor Anker

Das Schiff am sicheren Grund

Im (weichen) Hafenbett

an goldnen Riemen halten

 

Im Treibsatz großer angejahrter Sprüche                                                          

Es umschreibt sich ja immer reich an Worten

Das Gerücht von einer jenseitigen Welt

 

Das ewig junge Leben hingegen

treibt ohne Auge ohne Ohr dafür vorbei

                                     

Dann ist da noch dieses Sickern

Die fugigen Spanten

   Die ungebärdige Gegenwart

   dringt in den auf  heilig erkannten Leib

   Und alles wittert viehisch nach Leben

 

Stetes Schöpfen                             

Denn das auf göttlich Erkannte

will ja irgendwie getätigt sein

 

 

P I S A  

 

Null-1

                  (lernen)

Zeit Zeit Es geht um nichts

weniger

als um das Augen- das Ohren- und

das HändeHirn (das es ja ist)

 

Dagegen immer diese eigene Nicht-

Angetroffenheit

 

Stetig ist jedoch

der Brückenschlag

Es wird einem Grund gelegt 

: immerhin

vom Eingang her

 

All das Dargebotene

wäre ja mitzunehmen

: es ist indes

so schwer

Verführerisch dagegen

: die Leichtigkeit der

Schwäche und des Vergessens

 

Zur Abrundung schließlich doch

: die gefühlte Geltungsträchtigkeit

   

Null-2

               (lehren)

Burn-in Das Flimmern im

verlässlichen Behufe

Die enorme Gedanken-

Kugel (die Welt gar)

denkbar "ruhig geschoben"

Ein rundes Werden sinngemäß

Zum Trost umfangen mit Lächeln

& Bedeutungsgraden (diesen Maß-

EINHEITEN)

 

Die Fäden hingegen

verfehlen sich mitunter

mit ihren Enden

Asche (Aus-

gebranntes nämlich) schweigt es verzagt

Gleichwohl ein pausenloses

Lächeln & Bedeutungsgrade auch um

ORIENTIERUNGS-Größe angetan

 

In der Folge zeigt es sich

anhaltend Aus allem

immer üppiger WERDENDES

Ein Knäuel gar

Wohltuend auf BedeutungsgErade

herabgesetzt (Die kürzeste Verbindung )

Verstrickung wird endlich möglich

die im Gewebe letztlich WÄRMENDE

 

   

Null-3

              (leeren) 

-   -    -

-    -    -

  

 

 EIN EIVOLL WIND

 

   So viele Bilder drängen sich

   in meinen Horizont

   Aus allen Winkeln der Welt

   flimmert es auf  mich ein

   Und wenn ich mich anschicke

   türmen sich im Nu die Eindrücke 

Aber alles scheint schon

               zugestellt in meinerWelt

                                                       

Ach

Mit all dem mutterseelenallein

 

    So reime ich mir die ganze Schose

 aus dem Wind der Himmelsrose

    Und ich lasse mich immer wieder

auf dem poetischen Nistplatz nieder

      

       Dort bringe ich ein Ei voll Wind

       hervor Und gebe vor

       es auszubrüten

 

 

 

V A T E R L A N D - so nach '89

 

                                    Vater

                                     Ist’s nicht auch ein Mutter-

                                    und ein Kinderland

                                    Unser Land

                    

 VATER(MUTTERKINDER)LAND

                                   Rückvorausblick

 

  Vaterlandund grelle Patrioten

   Die Narretei mit Blut und Boden

   Siew ollten auf fremdes Blut erkennen

   und sich die besseren Menschen nennen  

   Sie raubten ihrer Opfer Gut              

   vergossen in Strömen unschuldiges Blut

                      

  Und büßen noch die KindesKinder

   für diese skrupellosen Schinder

   Zumal‘s den neuen Narren gibt

   der diesen Wahnwitz wieder liebt

 

 

Vater(MutterKinder)Land

                          zweiter Versuch                                                                (Maueröffnung´89)                        

So viele Füße überschwebten

zwar für Augenblicke nur - doch immerhin -

den Grund an diesem deutschen Tor

 

(Wenn man nur bedenkt

was für böse Geister dort schon spukten)

 

Und das starre Gespann über der Menge schien

für Augenblicke nur - doch immerhin -

in rasendem Galopp

Alles triefte von Küssen

Und in der geballten Faust war heute

die glückliche Flasche

Das törichte Herze schwellte einem die Brust

auch wenn man nur via Mattscheibe zugegen war

 

Für einen Augenblick fühlten sich alle

in diesem (zwar ungern so genannten Vater-)Land

als ein Volk

und man war

(wieder einmal) von der Geschichte

so besoffen

 

    Vater(MutterKinder)Land  

                               Einlassung  (nach ´89)

 

Die Ereignisse haben es gezeigt

Da sind immer die Verzierungen

die uns im Denken geschehen und

die uns dann unter die Worte geraten

Geschmeidige Wendungen sind da und

stets diese Versuchung

Wind zu machen und

ein laues Lüftchen andern in die Ohren zu blasen

 

Doch man weiß ja dass die Wahrheit

so ordentlich ist  Sie wäscht sich (früher

oder später) von all unseren Grotesken rein

 

Darum begegnete bald schon den

Brüdern und Schwestern der verklungenen

Sonntagsreden

die Wirklichkeit (die nun einmal ein Ziehkind

der Wahrheit ist)

Da ging denen im Osten auf

dass sie all die Jahre zuvor

schiere Kunstfiguren waren


  

Vater(MutterKinder)Land

                              Schmährede       

Dessen muss man sich

bei Dir

Liebes

alle Mal gewärtig sein

Dass du es

immer wieder bringst

mein Liebes 

Am stärksten jedoch

unter den Peitschenhieben

deiner Donna Geschichte

 

Du machst

Bange 

 

Denn durch die offenen Fenster

der Welt

dringt deine Lautwonnigkeit

 

Du

... land


  

Vater(MutterKinder)Land

                              fünfter Versuch

 

Diese kabarettistischen Momente

gelegentlich

Da zwängen sich die schieren Umstände

in die vielen Worthülsen

Und sie verdrängen von dort den

gemeinen Sinn

 

(In gewissen Situationen würde die Wirklichkeit

hätte sie Beine

ihren eigenen Interpreten aus dem Wege gehn)

 

"Wir sind das Volk!" 

hat man noch im Ohr

Wir sind – was auch immer (jedenfalls

gemeinhin ohne Macht darüber)

 

Freilich sind da auch

die vielen Rollen auf den eigenen Brettern

die uns Zeit bedeuten

 

Und immer wieder Bühne frei

 

Was dann auch jedes Mal

zum Vortrag steht Wir werden es

zur Aufführung bringen Denn

in der Moral des sozusagen blinden Zufalls

haben wir schon immer das Zeittheater mitvollführt

 

 

 

    Vater(MutterKinder)Land  

           gemischte Betrachtung der Zipfelmütze

                          

Von der Firne Himmelsnähe

zu der Täler reichem Glück

 

Heimatlied in Reih und Glied

Müh und Geld für heile Welt                    

(Bis dass das Säckel leer und schlaff)

 

Hinter Wassers Deichbestürmen

weiden Rinder grünes Glück

 

Bankenhort und Kapitalkonsort

Arbeitsplatz und Sozialversatz

(Bis dass der Schornstein nimmer raucht)

 

Was alles so im Herzen wohnt

was auch nicht das Hirn verschont

bewegt schlechtweg die ganze Welt

(soweit sie sich dem Zwerg erhellt)

 

Drum Mütze auf und Zipfel runter

durch die Zeiten ziehen munter

 

Vaterland und Mutterboden

und das Landeskind gezogen

 

 

 

Vater(MutterKinder)Land -

                                            erneuter Anlauf 

Wenn du schon theaterst

dann

Wenn du zur Erbauung

deiner selbst (wie du auch eben

verfasst sein magst) und oder deiner

vorderen Ränge

 

Wenn du also

wieder dein Wesen treibst

dann

sei gefälligst entgegen

deiner Gewohnheit (sonst)

kein ruchloses

Vater

Mutter

Kinder fressendes Land

 

  

 

          R E I S E B L I C K E

     Kreuzung - preisgünstig - dreisiebenfünf

  

         

KREUZUNG: Spinne SOG  (Nach LL, MOD, KF oder )

 

Die Straße fließt in dir

 

auf der die Köpfe hinter Scheiben ziehn An der Gosse

entlang reisert sich mitunter der Hund (in dir)den Weg           

Versenkt hindurch (Oben verfehlt derSilberpfahl

 

den früher gelben Regenschutz der Post Untenheißt es:

Meide die Nacht An Wänden entlang

sprechen aber Graffiti Bände – und ungeschminkt

 

die eigne nackte Wahrheit Nimm oben den Asphalt Frei

von platten Dosen und zerbrochnem Glas Dein Weg –

und zu den andren Städ/tten Manchmal noch ein Kissen

 

auf der Fensterbank Da ist das Warten ohne Ziel

Der freundliche Augenblick weht sie da an und fegt (zum

angenehmen Schein) die Langeweile fort Im Gerinne aber

 

lassen unsre teuren Besen nichts verrotten Dannnoch

der Blick von der verirrten Bronze Er sticht

von seinem festen Fundament ganz uferlos ins Leere

 

Auf "ein Ros" wartet nicht weit davon die heilige Kapelle

das noch nicht entspringen will (Und das grüne Licht

erlöst den Eiligen) Um Weihnacht flirrt es anden

 

Häusern seelenvoll Gewiss ist alles wie "alles fließt"

des frühen Griechen Bloß der Raum bleibt auch nur

scheinbar stehn Alles Geschehen formt die Zeit in dir            

 

                                    Heraklit unterstellt man: “panta rhei!“

 

  

B I L D U N G S R E I S E

                                                      p r e i s g ü n s t i g        

AmBrenner

Ich ahne Sonne hinter den Bergen und da wärmt der

Gedanke dass sich  Bilder aus den Ansichtskarten drängen

     Das Werbebild: San Remo an dieser ital Riviera gelegen

                                hat zu  allen Zeiten ein  internationales 

                                Publikum angelockt Das günstige Klima

ZuMilano

Von Reflexion befallen: der türmchenbekrönte

Marmordom (Gottesirrtum über die Zeiten) Bank und

Despotenburg (auf klassisches Dreiecksverhältnis erkannt)

    Ein Geschichtsbild: Die Sforzas benutzten Mord  als Politmitt

                                    el Sie haben aber Kunst gestiftet sagt der

                                    Busfahrer Purer Adel  dagegen die Borro

Zielseits Riviera

An der azurnen Rampe

mit geschäftiger Enge da und dort (aus

allen Winkeln der Welt die Sedimente der Paradies-

Vorstellung & heilbringder Verheißung des Meerblicks)          

    Das Ortsbild: Kilometer Marmorpflaster (weiß/rot) der Uf

                           erpromenade; die private russische Kirche 

                           ist nachts bunt beleuchtet eine Besichtigun

Zwischen Gründerzeitbarock

Schwer mit Historie befrachtet

Cappuzzino schlürfen Und  dann

noch zum Santo hinauf Durch enge steile

Gassen (das romantische Spiel der Geschichte

mit der Angst und Not) der Eingeborenen Drüben den

Hang hinauf Die blind glitzernden Augen der Blumenbauern

      Ein  Sittenbild:  Wassernot Man weiß nichts Genaues sagt

                               die Reiseführung um die alljährlichen  Brän

                                de Allerdings verdunkelte dichter Wald die L

Freilich

Nietzsche war da  (Zarathustras Weltverbesseru

ng) Very important poeple ließen fette Schlösser

und Villen zurück (als fest verpackte Geschenke

an die dienstbare heimische Welt) Diese sehr ge

suchte Stätte im zeitigen Jahr Wie eine ältliche D

ame am frühen Morgen die  einsame Nacht noch

im faltigen Leib (mit  irgendwie jungen Augen) un

d etwas unförmig - noch ohne die gegen den neu

gierigenTag schützende Schminke auf der Visag 

 

Endlich       

tief eingeritzt in das breite Agavenblatt dort am Strand

     sticht mir schließlich ein Seufzer ins Herz

                Jimy ls Swany

     Da bin ich wieder ganz bei mir

 

     

 

dreisiebenfünf - weit davor und noch heute

                          (Besichtigung RAVENNAS)      

 

Das historische Durcheinander

aus dem Lautsprecher vom Brummen

des Motors untermalt Völkerwanderung

jahraus jahrein Diese Geräusche vermengt

mit geschäftigem Trippeln germanischer Horden

                                                 (auf  Turnschuhsohlen)  

 

"Gordischer Knoten" - Version Eins In GordionKleinasien aufbe

wahrt mit dem Orakel behaftet  dass derjenige der ihn löst  die

Herrschaft über Asien erränge Alexander

 

Unter programmatischer Strenge

glasbunter Heiligen Nichts wächst

in den Himmel Alles alles versinkt im

Sand (hier) Wer hatte da den richtigen Gott

gehabt (in klammer Düsternis) und die Macht ihn

durchzusetzen Oder wo haben sie Galla Placidia die

Römerin vierhundertfünfzig hingebracht Wie kam der

schwere Deckel überhaupt auf Theoderichs leeren TotenTopf

 

"G K" - Version Zwei:griechische Sage Der Knoten zwischen Dei

 chsel und Joch des dem Zeus geweihten Wagens Der Löser errä  

 nge Weltherrschaft und  der  große Alexander

 

Diese vielen Versuche mit

dem Instrument der Vermählung

Ist es wahr dass Kulturen die freilich

Leben sind durch Befruchtung entstehen

und durch das Schwert (welches auch immer) niedergehn

 

Wer hat dieses Meisterwerk geknüpft in welcher Zeit mit welcher

Technik (die stets Ausdruck von Geisteshaltung ist)  Geht es um

die Macht und Menschen wie bei Alexander und seinen Epigonen

                

         

 ETRURIEN IM  EINDRUCK

 

Nachfahr dieses irgendwie verschwiegene

n Volkes sein  Aber im Boden  (unter den

Füßen) eine Ganzheit wissen Vom Staune

n durchzogen (wie  allerdings jeder Winkel

der Welt) Doch im Wesentlichen  unbehell

igt sein von großen Punkten der uns mitge

teilten Geschichte

 

Eben dort suchte man gerne sich zu finden

 

Die Fragmente: Dome und andre Versuche

eines frühen Pius Stadtidee als Groteske in

Stein Es duftet  aus Gewölben mit Wein un

d  anderen Köstlichkeiten Und  ein paar Hü

gel weiter der Pulcinella Das ganze  Treibe

n unterm Mantel der Geschichte von  Refle

xion kaum angenagt

 

Man riskierte (nüchtern) das eigene Dafürh

alten als Wirklichkeit zu setzen

 

 Auf den sanften  Höhen hausen  Hoch hinaus

will ja das Leben  allemal  Und von den Häng

en  fließt der Weizen (der ja nicht wissen kann

wer ihn  drischt -  und den  Boden  vergeudet)

Doch unter der Erde ist die unerwartete Schön

heit des Todes Die Damen und Herren und Kin

der auf ihren Sarkophagen

 

Allerdings wagt man dann doch nicht mehr an ein

Verweilen zu denken  Man macht sich mit den An

deren in das ebenfalls stets flüchtige Leben davon

 

 

 

 P A S T O R A L E  I, II, III

  

AUGENSCHEIN

                          (Pastorale I)

  Die Sonne flirrt

  durch ein paar Ritzen im Verschlag

     

  Der Blaumann tritt

  die Viktualien auf der Stelle

 

  Gelb erst knallt die Pusteblume ins Licht

  und der emsige Hahn ist überm Hühnervolk

 

  Schlägt der Regen auf die bunten Tupfen

  wäscht sich graubraun was nicht sattes Grün sein will

 

 Die Eindrücke von gestern sind

  wie nasse Wäsche auf der Leine

   
 

BEILÄUFIG

                    (Pastorale II)

Worte zischen

durch die Finger vor dem Mund

Es huscht auch mal

ein Grienen über die Züge

Und im Faltenwurf der Haut

mit den Jahren immer tiefer

kauert beharrlich das Weltbild

      

Auf deinem Weg liegen diese Steine

an denen man sich immer stößt

Sie festigen den Grund

obschon sie ja sehr handlich wären

für einem Wurf

          

Überm schäumenden Glas

hinterm Wirtshaustisch

ist der Horizont eben immer auch sehr nah

  

  

  

 

WENN ES  ABEND  WIRD

                                     (Pastorale III)  

Wenn du nicht so eigentlich

nach der Uhr lebst

hat die Zeit hier noch ihren Glockenschlag

 

Zwar dieses Zuckerwerk im Ohr das zum Verrat an der Volksweise führt

Viel Lärm und Bewegung dazu Und die Nestflucht der Jungen Auch lös

te das Streichelvieh die großen Milchleiber ab An manchem Tag werden

die Menschen zu Regen Es durchsickert klamm und das Gesicht zieht

sich mit den Wetterzeiten in die Länge

 

Würdest du doch achtsam sein stellten sich Bilder ein Auch die gefälligs

te Melodie erreicht  nie die Weise der Lerche über dem weiten Feld Man

hat es allerdings eher mit den simplen Dingen Wie all diese Seifenopern

aus dem Bildschirm sich ins Denken fressen Dauernd flackert dieses Ge

gaukle von den matten Scheiben

 

Doch wenn es Abend wird überm Dorf

ist manchmal der ruhige Atem  wieder

tausend Jahre alt